Urbane Ernährungsstrategien – Betrachtung und Analyse digitaler Lösungen | Valeska von Karpowitz

Urbane Ernährungsstrategien decken eine Bandbreite an Wirkungsfeldern im Gefüge einer Stadt und dem dazugehörigen Nahrungssystem ab. Sie sind unter anderem in der Lage, für sicheren Zugang zu gesunden Lebensmitteln zu sorgen, lokale Wirtschaftskreisläufe zu fördern, relevante Stakeholder zusammen zu führen oder auch negative Umwelteinflüsse einzudämmen. Mithilfe digitaler Lösungen lassen sich effiziente und nachhaltige Ansätze für die raumplanerischen Herausforderungen im Zusammenhang mit urbanen Ernährungsstrategien finden.

Urbane Ernährungsstrategien als auch digitale Methoden repräsentieren wissenschaftliche Forschungsschwerpunkte mit vielfältigen Potentialen, deren Symbiose eine Bandbreite an Multiplikatoreffekten herzustellen vermag. So können entsprechende Strategien wesentlich von digitalen Herangehensweisen wie Echtzeitvisualisierung, Crowdmapping, Online-Verkaufsplattformen, urbane Emotionsmessung etc. profitieren.

Anhand von verschiedenen digitalen Methoden werden in dieser Arbeit die Möglichkeiten für deren Einsatz im Rahmen von urbanen Ernährungsstrategien untersucht und darüber hinaus wird diskutiert, inwieweit ein Mehrwert für letztere entstehen kann.

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dieser Thematik ist von besonderer fachlicher Relevanz, da die beiden noch jungen Forschungsdisziplinen in Kombination bislang unzureichende Aufmerksamkeit erhalten haben. Untermauert wird diese Erkenntnis durch die mangelhafte Datenlage zu diesem thematischen Zweiklang.

Mithilfe entsprechender digitaler Lösungsansätze können Planer mit verhältnismäßig geringem Aufwand nachhaltigen Mehrwert bewirken und zielgerichtet qualitativ hochwertige Maßnahmen im Zusammenhang mit urbanen Ernährungsstrategien durchführen. Dies wird zudem durch einen auf die Bedürfnisse der urbanen Ernährungsstrategien und digitalen Methoden abgestimmten Workflow gewährleistet.

Die Aufgabe zukünftiger Studien ist, der Frage nachzugehen, inwiefern mit weiterführenden Forschungen und Praxisbeispielen dazu beigetragen werden kann, die Daseinsberechtigung digitaler Lösungsansätze für urbane Ernährungsstrategien zu belegen und deren Umsetzung zu fördern.

EmoCyclingConcept | Dennis J. Groß

Potentiale der emotionalen Stadtkartierung für Radverkehrskonzepte am Usecase Worms

[  Zusammenfassung ]

EmoCyclingConcept verwendet Methoden der Humansensorik zur Identifizierung von potenziellen Stresspunkten bei Radfahrenden. Sensoren zeichnen georeferenzierte Vitaldaten auf. Sie lassen Rückschlüsse auf das psycho-physiologische Empfinden zu, die mitunter als Stress interpretiert werden können. Die resultierenden Erkenntnisse können (Verkehrs-) Planern helfen die Ursachen von Problemstellen zu erkennen um Maßnahmen abzuleiten. Dieser Beitrag stellt die Methode vor und diskutiert die aus der Studie gewonnenen Ergebnisse hinsichtlich der technischen Optimierung sowie des planerischen Nutzens.

 

[ Abstract ]

The EmoCyclingConcept uses methods of human sensoring to identify potential locations of stress in urban traffic for cyclists. Therefore sensors measure vital data of people while geo-locating it. In further analysis the psycho-physiological data can then be interpreted as stress. The knowledge drawn from the results can help planners to identify the specific reasons of problems to derive suitable measures. It also can be seen as an instrument of participation. This article describes the applied method and discusses the results regarding technical optimization and the usefulness for planning.

Abstracts are taken from: Groß, D., & Zeile, P. (2016). EmoCyclingConcept – Potenziale der emotionalen Stadtkartierung. In J. Strobl, B. Zagel, G. Griesebner, & T. Blaschke (Eds.), AGIT: Journal für Angewandte Geoinformatik (pp. 273–278, Vol. 2). Berlin, Offenbach: Wichmann Verlag.